Zahnriemengetriebe - Eigenschaften, Normung, Berechnung, Gestaltung

Thomas Nagel

Zahnriemengetriebe

Eigenschaften, Normung, Berechnung, Gestaltung

2008

237 Seiten

Format: PDF, Online Lesen

E-Book: €  39,99

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ISBN: 9783446416727

 

10 Geräuschverhalten (S. 179-180)

Das Entwickeln lärm- und schwingungsarmer Antriebe und Maschinen erlangt unter dem Aspekt der stetig steigenden Arbeitsgeschwindigkeiten zunehmende Bedeutung. Mit Zahnriemengetrieben lassen sich nicht nur hohe Umfangsgeschwindigkeiten realisieren, sondern sie weisen aufgrund der verwendeten Elastomere auch dämpfende Eigenschaften auf und sind z.B. gegenüber Kettengetrieben geräuschärmer.

Dennoch erscheinen Maßnahmen zur Reduzierung des Geräuschpegels bzw. zur richtigen Auslegung geräuscharmer Zahnriemengetriebe insbesondere bei höheren Drehzahlen sinnvoll. Messungen zum Geräuschverhalten sind im Allgemeinen technisch aufwendig. Mit einem Mikrofon wird dabei generell der Schalldruckpegel bestimmt, und dieser ist u.a. von der Lage desselben zum Messobjekt abhängig. Somit sind die häufig in Veröffentlichungen vorgestellten Ergebnisse zum abgestrahlten Schalldruckpegel von Getrieben selten mit anderen Ergebnissen vergleichbar.

Um jedoch gemessene Werte vergleichen zu können, ist das Bestimmen des ortsunabhängigen Schalleistungspegels notwendig. Das Hüllflächenverfahren nach /N12/ legt fest, wie aus einer Vielzahl an verschiedenen Orten ermittelter Werte des Schalldruckpegels der Schalleistungspegel bestimmt werden kann. Da dieses Verfahren sehr aufwendig ist, beschränkt man sich aber häufig auf den relativen Vergleich von Ergebnissen des unter exakt den gleichen Bedingungen ermittelten Schalldruckpegels /B29/.

10.1 Geräuschursachen und Einflussgrößen

Die Dissertationen /B21/ und /B23/ sowie eine Reihe von Fachveröffentlichungen, z.B. /A55/ bis /A63/, widmen sich den Ursachen der Geräuschentstehung sowie geeigneter Maßnahmen zur Minderung. Dabei sind die Aussagen teilweise widersprüchlich und Vorschläge nicht immer sinnvoll. Dies kann als Beleg dafür gewertet werden, dass das Thema Geräuschverhalten aufgrund einer Vielzahl wirkender Faktoren problematisch ist.

Gleichzeitig ist deren Einfluss teilweise messtechnisch nicht oder nur aufwendig nachweisbar. In /B23/ sind die widersprüchlichen Aussagen aus bis dahin bekannten Literaturstellen zu den Ursachen der Geräuschentstehung bei Zahnriemengetrieben aufgezeigt. Insbesondere das Aufschlaggeräusch als Folge des Polygoneffekts galt lange Jahre als die pegelbestimmende Geräuschursache. Demzufolge sind in einigen Berichten Maßnahmen zur Reduzierung des Aufschlages vorgesehen, wie z.B. gezielte Unebenheiten der Oberflächen von Riemen oder Scheiben zur Erhöhung der Dämpfung herzustellen oder den Einsatz einer schräggestellten Spannrolle. Dies erscheint nicht nur unter dem Aspekt der verringerten Lebensdauer des Getriebes fragwürdig, sondern in /B23/ wurde auch die jeweilige Unwirksamkeit der Maßnahme nachgewiesen

 

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