SOA goes real - Service-orientierte Architekturen erfolgreich planen und einführen

Daniel Liebhart

SOA goes real

Service-orientierte Architekturen erfolgreich planen und einführen

2007

338 Seiten

Format: PDF, Online Lesen

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ISBN: 9783446413191

 

2 Das SOA-Modell (S. 25-26)

Dieses Kapitel gibt eine Übersicht über verschiedene SOA-Standardmodelle und die Vorstellungen der großen Hersteller. Es zeigt, wie ein herstellerunabhängiges und pragmatisches SOA-Modell aussieht.

Kapitel 2.2 beschreibt ein pragmatisches SOA-Modell, das die konkreten Stärken von SOA betont und die wichtigen Elemente einer SOA aufzeigt. Dieses Modell reduziert SOA auf das, was es wirklich ist: ein Mittel, um Zeit und Geld zu sparen.

Kapitel 2.3 zeigt anhand einer Auswahl von SOA-Standards, wie SOA als Internet-Referenzarchitektur, aus Sicht der Dynamik zwischen Services oder als generischer Standard für betriebliche Informationssysteme betrachtet werden kann. Diese Referenz-Modelle sind wichtige informative Grundlagen für das Verständnis und die Interpretation von SOA. Kapitel 2.4 illustriert die Vorstellungen der Anbieter IBM, Oracle, SAP, Microsoft und der Open-Source-Gemeinde von Produkten, die SOA unterstützen sollen. Der vernünftige Einsatz der Produkte der Hersteller setzt ein grundlegendes Verständnis für das SOA-Modell des entsprechenden Herstellers voraus.

Das Hintergrundkapitel 2.5 versucht mit dem Vorurteil aufzuräumen, dass SOA ein Architekturstil sei. Im Gegenteil, mit SOA können die meisten Architekturstile umgesetzt werden. Diese Flexibilität ist eine der Stärken von SOA.

2.1 Einleitung

Die SOA-Modelle vieler Hersteller, Analysten und Berater wirken umfangreich und kompliziert. Hinter vielen dieser Modelle steckt die Vorstellung, mit SOA sämtliche Schwierigkeiten, die nun mal mit dem Bau, dem Betrieb und dem Unterhalt von Informationssystemen verbunden sind, lösen zu können. Hinzukommt der unübersichtliche Wald von Standards, die in Zusammenhang mit der Basistechnologie von SOA – Web Services – entwickelt werden. Beides neigt dazu, die zentralen Vorteile von SOA zu verdecken und SOA als ein Modell erscheinen zu lassen, das komplex und mit sehr großen Investitionen verbunden ist und nur durch essenzielle Veränderungen der bestehenden IT-Systeme um- gesetzt werden kann. Die wahren Stärken des SOA-Modells liegen jedoch in der einfachen Erweiterung der üblichen Schichtung von Anwendungen und Architekturen um eine Service- und eine Orchestrierungs-Ebene und in der Möglichkeit, mit Hilfe von SOA Ordnung in eine bestehende heterogene Systemlandschaft zu bringen. Versteht man beispielsweise den ordnenden Charakter von SOA durch die Formulierung einer Servicelandschaft, wird sofort klar, dass SOA keinesfalls auf einen bestimmten Architekturstil beschränkt ist und auch keinen Architekturstil darstellt. Eine weitere große Stärke von SOA ist die relative Ähnlichkeit der Modelle der verschiedenen großen Hersteller. Dies deutet darauf hin, dass es in Zukunft sehr viel einfacher sein wird, die Produkte oder Produktfamilien verschiedener Hersteller zu einem funktionierenden Ganzen zu kombinieren. Noch einfacher wird SOA auf Unternehmensebene, wenn man von einem pragmatischen Ansatz ausgeht, der hilft, Kosten durch die Weiterverwendung bestehender Systeme zu sparen und Flexibilität durch die Trennung der Business-Logik in statische Funktionalität und dynamische Abläufe und Regeln zu erhöhen.

2.2 Das SOA-Modell

Eine wichtige Grundvoraussetzung für die erfolgreiche Einführung einer SOA in einem Unternehmen ist die Formulierung eines eigenen herstellerunabhängigen SOA-Modells. Ein solches Modell muss die drei wichtigsten Stärken von SOA abdecken. Das heißt, es muss die Weiterverwendung bestehender Systeme vorsehen, die Modellierung von ausführbaren Prozessen und Regeln erlauben und die zentralen Standards SOAP, WSDL und BPEL unterstützen. Zudem sollte es für zukünftige, weitergehende Standardisierungen offen und sowohl auf einzelne Lösungen als auch eine gesamte IT-Landschaft anwendbar sein. Das Architekturmodell sollte technologieneutral formuliert werden und gleichzeitig den Einsatz einzelner Produkte oder der gesamten SOA-Produktpalette eines oder mehrerer Hersteller gestatten. Diese Rahmenbedingungen bedeuten zwingend die Reduktion auf das Notwendigste und die Berücksichtigung eines gewissen Pragmatismus, was die Integration bestehender Anwendungen betrifft.

2.2.1 Die Architektur des SOA-Modells

Das SOA-Modell umfasst folgende Ebenen (Abbildung 2.1):
Presentation: Das User Interface einer bestimmten Applikation.
Orchestration: Der Ablauf einer Applikation wird als Workflow festgelegt. Diese Abläufe bestehen aus einer Sequenz von aufgerufenen Services, die gleichzeitig den Datenfluss zwischen diesen Services steuert.
Services: In dieser Ebene sind sämtliche Dienste enthalten.
Integration Architecture: Die Infrastruktur zur Verbindung der verschiedenen Dienste und zur Verbindung von Diensten mit bestehenden Applikationen/Systemen oder Datenbanken.

 

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